Korallen, Affen, Hängebrücken

Nachdem ich die Weltklasse-Tauchplätze um Sipadan und bei Mabul betauchen durfte, reisten wir weiter nach Kota Kinabalu – der Hauptstadt des malaiischen Bundesstaates Sabah. Von Mabul aus ging es wieder mit dem Boot nach Semporna zurück, von dort mit dem Taxi nach Tawau und dann per Flieger nach „KK“. Auch hier finden sich attraktive Tauchgründe und in der Umgebung der Stadt bieten sich diverse Exkursionen in die Natur an. Wir haben die Klias Wetlands und die dort lebenden Nasenaffen, sowie den Kinabalu Nationalpark besucht.

Tauchen vor Kota Kinabalu

Der aus fünf Inseln bestehende Tunku Abdul Rahman Marine Park ist der Stadt direkt vorgelagert. Die Tauchplätze befinden sich an und zwischen den Inseln des Parks und sind von Kota Kinabalu aus in kurzen Bootsfahrten zu erreichen.

Nach den beeindruckenden Tauchplätzen von Sipadan konnte ich natürlich nicht erwarten, dass ich in Kota Kinblu mit ähnlichen Eindrücken verwöhnt werden würde. Die Tauchplätze dort haben auch keinen vergleichbaren Ruf. Im Nachhinein wäre es vermutlich besser gewesen, zuerst bei KK zu tauchen und dann nach Mabul zu fahren, denn so war ich dann doch ständig geneigt, den Vergleich zu ziehen. Für sich betrachtet, sind die Plätze im Tunku Abdul Rahman Marine Park aber durchaus sehenswert. Vor allem die Korallengärten, die sich an mehreren Tauchspots finden, können sich durchaus sehen lassen. Leider versteckte sich die Sonne an meinen Tauchtagen meist hinter dicken Wolken und die Sichtweiten waren auch eher unterdurchschnittlich, so dass die Farbenpracht der Korallen nicht ganz zur Geltung kam. Dennoch war ich von der Vielfalt, den Formationen und der Größe der zusammenhängenden intakten Korallenriffe beeindruckt. Allerdings muss man auch dazu sagen, dass an einigen Plätzen größere abgestorbene Areale zu finden waren.

An meinem ersten Tauchtag waren zudem auch einige große Schulen von Snappern anzutreffen. Auch Anemonen gab es in großer Zahl. Wir begegneten zudem Sepias, Dranchenköpfen und vielen Igelfischen.

Die Affen vom „kleinen Kinabatangan“

Der Kinabatangan ist der längste und bekannteste Fluss Borneos. Weniger wegen seiner Länge von 560 km als wegen des Regenwaldes durch den er größtenteils fließt, wird er auch Amazonas des Ostens genannt. Leider konnten wir den Kinabatangan bei unserem Aufenthalt in Borneo nicht besuchen. Allerdings befinden sich die Klias Wetlands, die einen ähnlichen Eindruck des Regenwaldes vom Wasser aus vermitteln in erträglicher Entfernung von Kota Kinabalu.

Insbesondere um die auf Borneo endemischen Nasenaffen beobachten zu können, werden hier tägliche Bootstouren angeboten. Aber auch Krokodile, Warane, Eisvögel und weitere Affenarten können bei einer solchen Tour, etwas Glück vorausgesetzt, gesichtet werden.

Wir hatten zumindest mit der Sichtung der drei am Klias vorkommenden Affenarten Glück und konnten tatsächlich die skurrilen Nasenaffen aus einiger Entfernung beobachten (für Fotos von guter Qualität fehlte es mir leider am Tele-Objektiv). Auch ein Palmen erklimmender Waran zeigte sich uns. Glücklicherweise verfügte unser Beobachtungsboot über ein Faltdach, denn innerhalb von Sekunden zogen im Verlauf unserer Fahrt heftige Regenschauer auf und endeten ein paar Minuten später wieder genauso abrupt.

Zum Abschluss des Tages fuhren wir nach Einbruch der Dunkelheit noch einmal auf den Fluss hinaus um das Schauspiel von hunderttausenden Glühwürmchen zu bestaunen, die ganze Bäume besetzten und diese wie mit Lichterketten geschmückt aussehen ließen.

Mount Kinabalu Nationalpark

Dem Regenwald noch etwas näher als vom Boot aus sind wir bei einer geführten Wanderung im Mount Kinabalu Nationalpark gekommen. Dieser, den höchsten Berg Malaysias umgebende Nationalpark, beheimatet eine sehr große Vielzahl seltener Pflanzenarten, wovon einige ausschließlich hier vorkommen. Darunter beispielsweise über 700 Orchideenarten oder auch neun verschiedene fleischfressende Kannenpflanzenarten. Neben der Möglichkeit den Regenwald am Boden zu erkunden, haben wir auch einen Baupkronenpfad bestiegen, der noch einmal ganz andere Perspektiven auf den Dschungel und vor allem auf die Baumriesen ermöglicht, zwischen denen er gespannt ist.

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Die Vielfalt der Korallen und Anemonen sind beeindruckend! Tolle Berichte!


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