Noch ein Rebreather-Brevet – Divesoft Liberty CCR

Die Entscheidung für einen Rebreather fällt mir wirklich nicht leicht. Daher hatte ich mich bereits Anfang des Jahres dazu entschieden, zunächst einen Rebreather-Brevet auf allen Geräten zu machen, die für mich in Frage kommen. Nach den Kursen auf dem X-CCR und dem Inspiration habe ich diese Woche einen Cross-Over zum Divesoft Liberty CCR absolviert. Dieses Gerät finde ich wegen seiner umfangreichen Redundanzen und Umbauoptionen besonders interessant und war daher sehr auf den Kurs gespannt.

[dropcap]F[/dropcap]ür den Kurs bin ich dieses mal zu Timo Zischka von Mischgastauchen.de an den Starnberger See gefahren. Gleich zur Einleitung hat Timo mich auf eine Besonderheit des Liberty Kurses hingewiesen. Am ersten Tag werden wir uns ausschließlich mit der Elektronik und der Bedienungslogik des Gerätes beschäftigen – also noch nicht ins Wasser kommen. Dies ist sowohl den umfangreichen Features der Controller als auch dem aufwändigen Aufbau des Geräts geschuldet. Immerhin hat der Liberty doch so einige Besonderheiten. Zwei Solenoids, zwei mal zwei Sauerstoffsensoren, zwei Heliumsensoren. Fast alles ist redundant aufgebaut und verspricht somit eine höhere Ausfallsicherheit.

Theoretische Abwägungen

Somit geht das Gerät aber auch einen gewissen Sonderweg und hat daher wohl auch den Ruf, etwas overengineered zu sein. Von Timo hingegen, habe ich während des Kurses keine solchen Pauschalurteile in irgend eine Richtung gehört. Er hat mich vielmehr dazu angehalten, mir meine eigene Meinung darüber zu bilden, ob ich diese oder jene Features persönlich brauche. Ob ich denn in der Lage wäre, in einer Stresssituation auch mit einem komplexen Gerät umzugehen. Ob ich denn weiß wofür ich das Gerät letztendlich möchte und welche Schlüsse ich daraus ziehen kann. Er hat mit mir aber auch klar die Vorteile der Redundanz herausgearbeitet und mir somit eine gute Basis für meine eigene Beurteilung des Gerät gegeben.

Endlich im Wasser

Was in der Theorie zunächst neu und exotisch zu sein scheint, erschließt sich bei eingehender Auseinandersetzung aber dann doch recht schnell. Als ich dann am zweiten Kurstag das erste Mal mit dem Liberty ins Wasser gehe, kommt er mir sogar vertraut vor. Er fühlt sich nicht wesentlich anders an als der mir bereits bekannte X-CCR. An die Position der Manual-Add’s am Mundstück habe ich mich schnell gewöhnt und finde sie eigentlich super – kein Suchen mehr. Den Setpoint wechseln, mit nur einem langen Knopfdruck – einfacher geht es nicht. Um den Vibrationsalarm der Handsets zu „erleben“ habe ich mir alle möglichen Warnmeldungen eingeschaltet. Und tatsächlich, als ich das Ende der Nullzeit erreiche, vibriert es deutlich spürbar an meinem Arm. Durch Trilaminat und dicken Unterzieher hindurch. Viele kleine Details prägen meinen Gesamteindruck und führen schließlich dazu, dass mein positiver theoretischer Eindruck des Liberty sich in der Praxis bestätigt.

Entscheidung getroffen?

Der Liberty-Kurs hat den Rebreather ganz nach oben in meiner persönlichen Rangliste klettern lassen. Allerdings möchte ich meine eigenen Abwägungen doch gerne noch mit dem letzten Gerät auf meiner Favoritenliste abrunden. Der JJ-CCR steht gewissermaßen als Gegenentwurf zum Liberty auf dieser Liste, indem er Zuverlässigkeit durch Einfachheit verspricht. Daher werde ich diesen User-Kurs also noch als letzten angehen.

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[…] näher unter die Lupe. Im Sommer ging es dann an den Starnberger See zu Timo Zischka, wo ich den Cross-Over zum Liberty (Backmount) absolvierte. Zu Guter letzt machte ich noch bei Christopher Massad von Aquanaut den […]

[…] Auf insgesamt vier verschiedenen Modellen (X-CCR, Inspiration, JJ und Liberty) habe ich mich ausbilden lassen bevor ich meine Entscheidung getroffen habe. Seit vergangenem […]

[…] im Dezember 2020 meinen Rebreather erwarb, war mir natürlich schon klar, dass ich nicht auf dem User-Level (bzw. Advanced Recreational Trimix) verweilen würde. Ein Hauptargument für das Kreislauftauchgerät waren schließlich die größeren […]


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