Nusa Lembongan – Die Rückkehr der Mantas

Ich springe von der Speedboat-Fähre auf den weichen Sandstrand und mache schnell den nachfolgenden Passagieren Platz. Am Strand herrsch reges Treiben. Passagiere suchen nach ihren Ansprechpersonen und werden von Taxifahrern belagert. Träger laden Gepäckstücke vom Oberdeck der Fähre. Fahrer rufen laut den Namen ihrer Agenturen. Ich sehe kurz mein Gepäckstück durch die Menge wippen, bevor es wieder in einem Stapel am Strand verschwindet. Jetzt schnell meine Flip-Flops aus einem Stapel heraussuchen der gerade auf den Sand gekippt wird und los! Ich bin auf Nusa Lembongan angekommen. Einer kleinen Schwester von Nusa Penida – der Insel mit den Manta-Points!

Nach meiner Ankunft im Tauchresort wurde meine Vorfreude allerdings zunächst einmal etwas gedämpft. Laut der Basisleitung hatten sich die Mantas seit Tagen nicht mehr blicken lassen. Waren sie vielleicht alle nach Komodo umgezogen?

Obwohl auch der Austausch der Guides mit anderen Tauchbasen keine großen Hoffnungen machte – niemand hatte kürzlich Mantas gesehen – fuhren wir am darauffolgenden Tag in die Mantabay. Dies ist ein näher an Lembongan gelegener Tauchspot für Mantasichtungen.

Es war ein erster Erfolg! Bereits vom Boot aus sahen wir die Schatten der Mantas durch das Wasser gleiten und auch bei dem darauffolgende Tauchgang gab es einige zu sehen. Allerdings längst nicht in den Zahlen wie auf Komodo und die Tiere kamen auch nicht so nahe. Dennoch lies uns die Sichtung der Mantas zuversichtlich an den Zweiten Tauchtag herangehen. Diesmal sollte es zum weiter entfernt gelegenen Mantapoint gehen.

Und dieses Mal wurden wir nicht enttäusch! Wir sprangen ins Wasser, tauchten ab, legen uns in Grundnähe auf die Lauer und ließen die Mantas kommen. Und sie kamen! Sowohl einzelne Tiere als auch kleine Gruppen tauchten immer wieder vor uns an einer Putzerstation auf und kamen dann auch häufig sehr nah zu uns Tauchern. Am folgenden Tag nam unser Tauchboot zwei Beobachterinnen der Marine Megafauna Foundation mit. Wieder waren die Mantas da. Dieses mal gefühlt sogar noch mehr. Die Beobachterinnen gaben nach dem Tauchgang an, mindestens 30, vielleicht sogar 50 Tiere gesichtet zu haben.

Leider war die Sicht am Mantapoint nicht so gut wie im Komodo Nationalpark, aber ich denke es sind dennoch ein paar passable Fotos dabei herausgekommen.

Auf der Seite von mantamatcher.org kann man seine Bauchfotos von Mantas hochladen. Die Bauchzeichnung der Tiere ist jeweils einzigartig und ermöglicht eine Identifikation einzelner Mantas. Somit sind Rückschlüsse auf das Bewegungsprofil und die Gewohnheiten der Mantas möglich. Einige meiner Fotos führten tatsächlich zu eindeutigen IDs.

Natürlich gibt es an den Tauchplätzen von Nusa Lembongan nicht nur Mantas zu sehen. Auch einige schöne Korallengründe gibt es zu erkunden. Vor allem die Crystal Bay hat mir gut gefallen.

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