Raja Ampat

Ich liege gerade auf unserem Hotelbett auf Bali und habe die Zeit den Beitrag über unsere vergangene Woche in Raja Ampat zu schreiben. Schließlich ist heute Nyepi, der Tag der Stille auf Bali und wir können das Hotel nicht verlassen. Über die Feierlichkeiten gestern Abend werde ich auch noch berichten. Nun aber erst einmal zurück nach Raja Ampat.
 
Wer von Europa aus nach Raja Ampat reisen möchte, muss bereit sein, eine beschwerliche Anreise auf sich zu nehmen. Der Flughafen Sorong – das Tor nach Raja Ampat – ist nur an wenige „Hubs“ angebunden und so muss man – aus Europa kommend – schon mit drei bis vier Flügen rechnen bis man hier landet. Von Sorong aus kann man beispielsweise mit der Fähre in zwei Stunden nach Waisai fahren. Oder man besteigt direkt in Sorong eines der Liveabords mit denen sich die Inselwelt Raja Ampats besonders gut erkunden lässt.

Da wir uns auf Sulawesi befanden und somit ohnehin schon „in der Gegend“ waren, haben wir die Gelegenheit genutzt und sind von Manado aus nach Sorong geflogen, wodurch unsere Anreise doch um einiges kürzer ausgefallen ist. Unsere Unterkunft, das Waiwo Dive Resort, liegt nicht weit vom Fährhafen Waisai auf der Insel Waigeo – der größten Insel des Archipels. 

Das Resort ist schonend in die Landschaft integriert, so dass man es vom Wasser aus fast nicht bemerkt. Hinter dem Resort verläuft eine Landstraße. Dahinter wiederum beginnt der Dschungel. Drumherum gibt es nichts weiter. Nur der kleine Flugplatz von Waisai ist in der Nähe. Wenn man hier her kommt, muss man Ruhe und Abgeschiedenheit mögen. Viele der Homestays die es hier gibt sind sogar noch ruhiger gelegen und teilweise nur über das Wasser erreichbar.


Leider läuft unser Visum bald aus und wir mussten uns schon nach einer Woche hier wieder auf den Weg in Richtung Australien machen (über Bali). Eigentlich viel zu kurz, um die weltberühmten Tauchgründe von Raja Ampat zu entdecken. Aber ich wollte dennoch zumindest einen Eindruck davon bekommen.

Schwarmfisch, Korallen und Teppichhaie

Was mir direkt beim ersten Tauchgang auffiel war die Anwesenheit von Fischschwärmen wie ich sie sonst bisher nur selten zu sehen bekommen habe. Süßlippen, Jackfish, Barrakudas, uvm. tummelten sich hier in großen Schulen. Besonders an den Tauchplätzen Blue Magic und Cape Kri konnte man die Schwärme, die bis zur Oberfläche hinauf kommen, schon vom Boot aus sehen.

Ein ganz besonderer Fisch, den man nur hier in Raja Ampat zu sehen bekommt, ist eine Unterart der Wobbegong Sharks (Teppichhaie). Vertreter diese Art findet man meistens in kleinen Höhlen und unter Überhängen. Sie verfügen über eine gute Tarnung und verschmelzen häufig so geschickt mit dem Meeresboden, dass man sie erst sieht, wenn man fast schon mit der Nase dagegen stößt.

Ein Wobegon Shark unter einer Koralle
Ein Wobegon Shark unter einer Koralle

Vor allem bei Cape Kri waren die Korallen beeindruckend. Hier kann man sich noch ein Bild von einem (augenscheinlich) intaktem Riff machen. Die Formationen und die Menge der Korallen machen diesen Ort zu etwas ganz besonderem.

Unter dem Steg

Mein Lieblingstauchplatz wurde allerdings der sogenannte Sapokren Jetty. Hier taucht man direkt am Steg eines kleinen Dorfes ab und wird sofort von vorlauten großen Fledermausfischen begrüßt. Schildkröten ruhen sich in den Korallenblöcken unterhalb des Stegs aus und Riesenmuscheln wachsen hier so groß, dass man es kaum glauben möchte. Am schönsten ist aber das Lichtspiel, wenn die tief stehende Sonne am Nachmittag den Bereich direkt unterhalb des Steges beleuchtet und mit langen Lichtstrahlen verziert.

Auch bei der Oberflächenpause wird das Auge verwöhnt. Der Strand hinter dem Jetty ist durchaus auch sehenswert.

Sapokren Jetty
Am Sapokren Jetty

Laufende Haie zum Abschluss

Mein letzter Tauchgang in Raja Ampat war ein Nachttauchgang und mein Guide merkte vorher vorsichtig an, dass eventuell die Möglichkeit bestünde einen der seltenen Walking Sharks zu entdecken. Allerdings müssten wir dazu schon sehr großes Glück haben.

Dieses mal war das Glück aber auf unserer Seite und wir entdeckten während des Tauchgangs gleich zwei der besonderen Tiere. Diese Haie „laufen“ tatsächlich mit ihren Flossen über den Grund und suchen dabei nach Beutetieren, die ebenfalls auf dem Boden leben.

Fazit

Raja Ampat hat mich auf jeden Fall fasziniert und ich bin sicherlich nicht das letzte Mal hier gewesen. Die Artenvielfalt, die Riffe und die Szenerie der vielen kleinen Inseln entschädigen allemal für die lange und umständliche Anreise.

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