Top 5 Erlebnisse als Taucher | 10 Jahre Open Water Diver

Heute vor 10 Jahren habe ich meinen ersten Tauchkurs – den PADI Open Water Diver Kurs – abgeschlossen. Ein kleines Jubiläum und eine gute Gelegenheit um eine ganz persönliche und subjektive Liste meiner Top 5 Erlebnisse als Taucher aufzustellen.

Zehn Jahre In Zahlen


Wie sieht also meine Bilanz aus 10 Jahren als Taucher aus? In Zahlen betrachtet kann ich auf 622 Tauchgänge zurückblicken (Ausbildungs- und Pooltauchgänge nicht mitgerechnet). Davon habe ich 338 im Ausland – in 14 verschiedenen Ländern – gemacht. Ich bin also kein reiner Urlaubstaucher, sondern tauche auch gern in die heimischen Gewässern. Das zeigt sich auch darin, dass ich 92 Tauchgänge bei einer Wassertemperatur von 5 Grad Celsius oder weniger gemacht habe.
 
Den Großteil meiner Tauchgänge habe ich im Tiefenbereich bis 30 Meter absolviert. Gerade in den letzten zwei, drei Jahren sind aber auch einige tiefere Tauchgänge hinzugekommen. Also seit ich begonnen habe mich mit dem technischen Tauchen zu beschäftigen. Mein tiefster Tauchgang bisher war auf eine Tiefe von 73,1 Metern.
 
In den zehn Jahren seit meinem Open-Water-Kurs habe ich mich auch kontinuierlich weitergebildet. So habe ich 24 weitere Tauchkurse abgeschlossen. Angefangen bei Spezialkursen wie dem Eistaucher, über Fortgeschrittenenkurse für Sporttaucher bis zum Divemaster, sowie technischen Tauchkursen und zuletzt Rebreather-Kursen.
 

Ein Taucher mit Rebreather
Ich mit dem Liberty bei einem Tauchgang mit sehr bescheidenen Sichtverhältnissen. 2021
Ich im "Freiwasser" (Baggersee)
Ich im „Freiwasser“ (Baggersee) 2011

Meine Top 5 Erlebnisse als Taucher


Aber was bedeuten diese Zahlen schon im Vergleich zu den konkreten Erlebnissen? Dieses kleine Jubiläum war für mich auch noch mal eine gute Gelegenheit zu überlegen, was mich eigentlich am nachhaltigsten Beeindruckt hat. Daher seht ihr hier nun die Liste meiner Top 5 Erlebnisse als Taucher in den vergangenen zehn Jahren.
 

Die U-Boote der S-Klasse, zu denen die Stubborn gehörte, waren 66 Meter lang und hatten eine ofizielle Tauchtiefe von bis zu 110 Metern.
Die U-Boote der S-Klasse, zu denen die Stubborn gehörte, waren 66 Meter lang und hatten eine ofizielle Tauchtiefe von bis zu 110 Metern.

Wracktauchen auf Malta

Wracks haben schon immer eine besondere Faszination auf mich ausgeübt. Auf dem Meeresgrund sind sie vor menschlichem Zugriff viel besser geschützt als Artefakte auf dem Land es sind. Und so erzählt jedes Wrack seine eigene Geschichte, ganz ohne Absperrungen, erklärenden Tafeln und meistens auch ohne eingeritzte Botschaften von Besuchern.

Nachdem ich im April 2019 meinen Normoxic-Trimix-Diver-Kurs auf Lanzarote abgeschlossen hatte, standen mir neue Tiefenbereiche offen. So meldete ich mich im selben Jahr zur Trimix Wreck Week von Gozo Technical Diving an. Jeden Tag fuhren wir mit einem Tauchboot auf das Mittelmeer um Gozo und Malta hinaus und tauchten zu einem der historischen Wracks hinab. Die meisten dieser Schiffe aus dem ersten und zweiten Weltkrieg waren erst kurz zuvor von der Maltesischen Denkmalschutzbehörde zum Tauchen freigegeben worden.

Im meinem Blogbeitrag findet ihr einige Bilder und Videos zu den verschiedenen Wracks an denen wir getaucht sind. Link zum Blogeintrag

Mantas von Komodo
Manta im Komodo Nationalpark (Indonesien)

Mantas von Komodo

Vom November 2017 bis Ende April 2018 hatte ich zusammen mit meiner Frau die Möglichkeit, eine lange Reise nach Indien und Süd-Ost-Asien zu machen. Natürlich habe ich diese einmalige Chance auch genutzt um einige der besten Tauchreviere der Welt zu besuchen. So konnte ich die beeindruckenden Tauchplätze von Sipadan (Borneo), Raja Ampat (Indonesien) oder das zu Australien gehörende Osprey Reef im Korallenmeer erleben.

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir jedoch mein Besuch im Komodo Nationalpark (Indonesien), den man auch wegen der gleichnamigen Warane kennt. Allerdings waren es weniger die imposanten Echsen die mich faszinierten, als die noch wesentlich imposanteren Mantarochen. Diese eleganten Meeresbewohner konnte ich hier bei mehreren Gelegenheiten aus nächster Nähe betrachten und fotografieren.

Link zum Blogeintrag

Tauchen auf den Lofoten
Lofoten – Tauchen vom Zodiac aus

Tauchen nördlich des Polarkreises

Von einem befreundetem Tauchlehrer hatte ich zum ersten mal von den Lofoten gehört. Er erzählte von ganz anderen Unterwasserwelten, die aber nicht weniger farbenfroh oder abwechslungsreich seien als beispielsweise das unter Tauchern so populäre Rote Meer. Nur das sich die Lofoten eben im Norden Norwegens, nördlich des Polarkreises befinden.

Es bedurfte allerdings schon eine gewisse Sicherheit meinerseits im Umgang mit dem Trockentauchanzug, bevor ich das erste mal ernsthaft über eine Reise zu diesem Ziel nachdachte. Im Mai 2017 war es dann soweit, dass ich mich zusammen mit einem Freund auf den Weg machte die Lofoten zu besuchen. Und tatsächlich wurden unsere Erwartungen mehr als erfüllt. Dort oben wurden wir nicht nur von einer phantastischen Insellandschaft begrüßt die zum Wandern einlädt. Wir durften auch eine, uns ganz neue, Unterwasserwelt kennenlernen. Und erleben, was Mitternachtssonne bedeutet.

Link zum Blogeintrag

Lembeh - Makro
Partnergarnele auf Weichkoralle

Makrolebewesen in der Lembeh Strait

Unterwasserfotografien sind schon eine recht spezielle Tauchergattung – ich nehme mich selbst da nicht aus. Jedenfalls bin ich meinen Buddies für ihre Geduld dankbar, die sie zeitweilig aufbringen müssen, wenn ich mich an einem Motiv festgebissen habe. Unterwasser-Makro-Fotografen sind allerdings noch einmal etwas spezieller. Denn das was sie ablichten ist mit dem bloßen Auge häufig nur noch schwer zu erkennen.

Ein Mekka dieser Gattung ist die Lembeh Strait im Norden der indonesischen Insel Sulawesi. Dort habe ich 2018 eine gute Woche intensives „Muck-Diving“ betreiben können und eine phantastische Vielfalt exotischer Kleinstlebewesen im schwarzen Sand entdecken können.

Link zum Blogeintrag

Flusstauchen in der Maggia
Flusstauchen in der Maggia

Flusstauchen im Tessin

Wer an das Tessin denkt, hat vermutlich Bilder von malerischen Alpenlandschaften im Kopf. An Taucher denkt man in diesem Zusammenhang wohl eher weniger. Tatsächlich befinden sich im Tessin jedoch einige der spannendsten und ungewöhnlichsten Tauchplätze die ich bisher kennenlernen durfte.

Die Kristallklaren Bergflüsse Verzaska und Maggia haben hier im Laufe der Jahrmillionen, tiefe Täler in den Granit geschnitten. Dabei hat der Stein die fließende Formgebung des Wassers erhalten.

Link zum Blogeintrag über das Tauchen in der Maggia.
Und noch ein Link zu einem Artikel über die Tauchplätze in der Verzaska.

Tauchen und Corona


Die letzten rund 14 Monate meines Taucherlebens standen natürlich unter dem Einfluss der Corona-Pandemie. Eine Reise nach Kommodo und Raja Ampat, die für April 2020 geplant war, haben wir erst um ein Jahr verschieben und dann ganz ausfallen lassen müssen. Auch die Azoren habe ich noch nicht besucht, was ebenfalls im vergangenen Jahr geplant gewesen war. Einen Kurs im Höhlentauchen in Spanien, in diesem Frühjahr, schien zunächst möglich und scheiterte dann doch an den Beschränkungen vor Ort. Jegliche Planungen für einen Besuch der Truk-Lagoon im Pazifik habe ich erst einmal auf Eis gelegt.

So habe ich versucht im Rahmen der Möglichkeiten hier in Deutschland, das Beste aus der Situation zu machen. Im Jahr 2020 habe ich so viele Tauchkurse abgeschlossen wie in keinem anderen Jahr (alle 1-zu-1 mit meinen Instruktoren). So habe ich mir viel Zeit genommen, in das Tauchen mit Kreislaufgerät einzusteigen und ein Gerät auszuwählen. Auf insgesamt vier verschiedenen Modellen (X-CCRInspirationJJ und Liberty) habe ich mich ausbilden lassen bevor ich meine Entscheidung getroffen habe. Seit vergangenem Dezember bin ich nun Besitzer eines Rebreathers und motiviert dabei, Stunden und Erfahrung mit dem Gerät zu sammeln. Damit ich die Gase für meinen „Kreisel“ auch selbst Füllen und mischen kann habe ich auch noch einen Kurs zum Gas Blender abgeschlossen.

So hat mich die Pandemie zwar einige schöne Reiseerlebnisse gekostet, aber dafür bin ich heute sicherlich deutlich weiter was das Kreislaufgerätetauchen angeht, als ich es ohne Corona gewesen wäre. Immerhin.

Taucher mit Liberty CCR auf dem Rücken
Das bin ich, nach dem ersten Tauchgang mit meinem neuen Liberty in Hunsfels. (Die Handsetkabel trage ich jetzt nicht mehr so… :-))

Blick nach vorn


 
Auch wenn ich weiterhin wöchentlich im Wasser bin, so wird doch allmählich die Sehnsucht nach dem Meer immer größer und ich warte ungeduldig darauf, dass das Reisen wieder möglich wird. Die nicht umgesetzten Pläne werde ich dann natürlich wieder aufgreifen. Ein großer Wunsch von mir ist es, einmal die Wracks in der Truk-Lagoon zu sehen. Truk (oder auch Chuuk) ist ein kleiner Inselstaat im Pazifik und gilt als das beste Wracktauchrevier der Welt. Und wenn ich überlege was ich in meinem Blog schreiben möchte wenn ich mein Top 5 Erlebnisse als Taucher aus den nächsten zehn Jahren zurückblicke? Dann würde ich gern einen Tauchgang an der Britannic verbuchen können. Dem Schwesterschiff der Titanic, welches im Kanal zwischen Kea und Makrónissos in 120 Metern Tiefe liegt. Man muss ja Träume haben! :-)

0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments

0
Would love your thoughts, please comment.x