Die Tage am Inle-See

Okay, der Titel klingt irgendwie nach Rosamunde Pilcher, aber dafür müsste der Inle-See ein schottisches Loch sein. Ganz so kalt war es hier am See, immerhin auf rund 900 Metern Höhe, dann aber doch nicht.

[dropcap]A[/dropcap]llerdings schon deutlich frischer als im sonstigen Land bisher. So haben wir die Zeit bei angenehmen Temperaturen (manchmal haben wir auch en bisschen gefroren) genutzt, um auszuspannen und nicht wirklich viel zu tun. Ein wenig Reiseplanung für die bevorstehende Zeit in Vietnam, etwas Detailrecherche zu den weiteren Zielen Kambodscha, Laos und Malaysia. Ansonsten Lesen, Boot fahren und die Sonnenaufgänge betrachten. Hier noch ein paar Eindrücke der letzten Tage…

Die Einbeinfischer

Bekannt ist der See für seine einbeinig rudernden Fischer. Die Bilder vor den akrobatischen Balanceakten auf den Auslegern ihrer schmalen Ruderboote zieren fast jedes Reiseführercover zum Land. Doch auch wenn ich mich an die eigene Nase fassen muss, was stereotype Motive angeht, so konnte ich mich nicht der Faszination erwehren, als ich ihnen letztendlich selbst zusehen durfte. Es ist schon selten, wenn die Ausübung eines Handwerks mit einer so großen formalen Ästhetik verbunden ist. Der schlanke Bootsrumpf, darauf kerzengerade die Fischer. Ein Bein am Paddel, die Hände frei um Netze auszuwerfen oder Reusen zu platzieren.

Handwerker in Stelzendörfern

Auf und am Inle-See leben rund 70.000 Menschen. Ein großer Teil von ihnen tatsächlich auf dem Wasser. In Ortschaften, die komplett auf Stelzen gebaut sind. Die einzige Verbindung zum Land sind die Boote und die, über wacklige Maste verlaufenden, Stromleitungen. Um so erstaunlicher fand ich es, dass hier nicht ausschließlich Fischer leben, sondern auch eine ganze Bandbreite an Handwerkern ihren Tätigkeiten nachgeht. Gold- und Silberschmiede, Messerschmiede, Webereien, Bambusflechter, Bootsbauer und einige mehr haben ihre Werkstätten auf dem See. Und um die Versorgung auf dem Wasser noch abzurunden, betreiben die Seebewohner auch noch schwimmende Gärten, in denen beispielsweise Tomaten wachsen.

Indein und Sagar

Die Stupas von Indein und Sagar haben wir an zwei unterschiedlichen Tagen besucht. Indein liegt an einem kleinen Fluss, den wir mit dem Boot hochgefahren sind, während sich Sagar weit im Süden des Inle-Sees befindet.

Während in Indein noch neue Stupas errichtet werden, verfallen die von Sagar zum größten Teil und sinken teilweise langsam in den weichen Grund.

Ansonsten haben wir aber auch die Bootsfahrten zwischen unseren Besichtigungen genossen; das Treiben auf dem Wasser zu beobachten und die Landschaft an uns vorbeiziehen zu lassen. Heute ist unser letzter Tag am See und morgen geht es weiter nach Nay Pyi Taw – der Hauptstadt von Myanmar.

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Gibt es da auch Stechmücken, bei so viel Wasser?


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